Industrie 4.0 geht uns alle an!

Colours of Future: Auszubildende der Lack- und Druckfarbenindustrie entwickeln innovative Geschäftsideen für die digitalisierte Welt von morgen

57 Auszubildende aus 20 Unternehmen kamen zum Workshop „Colours of Future", der vom 09. bis zum 11. März 2016 vom Verband der Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) bereits zum vierten Mal in Dresden durchgeführt wurde. In der Sächsischen Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG) trafen sich Auszubildende verschiedener Lehrberufe, um mit Unterstützung von Experten des VdL unter dem Motto „Industrie 4.0 - Digitalisierung der Arbeitswelt" innovative Geschäftsideen für Start-Ups zu entwickeln.

„Die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 werden unsere Branche in den kommenden Jahren herausfordern", erklärte Dr. Roland Somborn, Vorsitzender des Arbeitskreises Bildung im VdL. „Deshalb ist es in unseren Augen so wichtig, dass sich die Auszubildenden von heute frühzeitig mit diesem Thema beschäftigen. Da die Unternehmen vor allem Azubis in diesen Workshop entsenden, die durch besonderes Engagement und gute Leistungen aufgefallen sind, tragen wir von Seiten des VdL mit „Colours of Future" dazu bei, potenzielle Führungskräfte schon zu Beginn ihrer Laufbahn für Megatrends und Zukunftsthemen zu sensibilisieren, die unsere Unternehmen und unsere Arbeitsweise verändern werden."

Methoden wie im Silicon Valley
Ein eigens vom VdL produziertes Video brachte den Auszubildenden das Thema Industrie 4.0 und die damit verbundenen Herausforderungen und Fragestellungen näher. Anschließend gab Ilias Mokanis, Innovationsmanager der Ewald Dörken AG, einen Überblick darüber, welche Rolle die Digitalisierung im Alltag eines Unternehmens in der Lack- und Druckfarbenindustrie heute bereits spielt und womit in Zukunft zu rechnen ist. Anschließend hieß es für die Auszubildenden, sich mit Methoden des Business Modelling vertraut zu machen, wie sie auch bei der Gründung von Start-Ups im Silicon Valley eingesetzt werden. „Mit Tools wie dem Business Model Canvas für die Verwirklichung eines Geschäftsmodells oder einer Start-Up-Idee kommen wir im Unternehmen oder in der Berufsschule gar nicht in Berührung", berichtete Felix Meier (21 Jahre), Chemielaborant bei der Follmann Chemie GmbH. „Allein deshalb hat sich die Teilnahme an diesem Workshop gelohnt. Ich nehme hier eine Menge mit, was mir im weiteren Berufsleben zu Gute kommen wird.

Digitalisierung - Chance oder Risiko?
Neben der Entwicklung innovativer Geschäftsideen diskutierten die Auszubildenden auch die möglichen Veränderungen der Arbeits- und Lebenswelt durch Industrie 4.0. Dabei wurde deutlich, dass sie die Digitalisierung zum überwiegenden Teil als Chance sehen und nicht als Bedrohung für ihre berufliche Zukunft. Am zweiten Tag ging es für die Teams darum, ihre Produktideen weiter auszuarbeiten, einen Prototyp zu entwickeln und das Produkt mit potenziellen „Kunden", den Experten des VdL, zu testen. „Ich fand es sehr interessant, Methoden anzuwenden, mit denen wir prüfen konnten, ob unsere Ideen auch tatsächlich tragfähig sind", erläuterte Felix Kretschmer (27 Jahre), Lacklaborant bei der DAW SE. „Zudem waren die Präsentationen unserer Arbeitsergebnisse gute Übungen. Im Unternehmens- und Schulalltag haben wir nur selten Gelegenheit dazu."

Ausgezeichnete Teamarbeit
Nach zwei Tagen konzentrierter Teamarbeit wurden am dritten Tag die Geschäftsideen präsentiert. Dabei wurden intelligente IT-Plattformen zur Vernetzung von Herstellern, Verarbeitern und Endkunden vorgestellt sowie innovative Finanzierungsmodelle, neue, automatisierte Logistikkonzepte mit Hilfe von Drohnen, digitale Prüfsysteme für Rohstoffe und Ideen zur Prozessoptimierung in der Lackindustrie. Ein Team stellte die Rolle der Mitarbeiter in Zeiten der Digitalisierung in den Mittelpunkt seines Konzepts. Anschließend bewertete eine Jury aus Experten des VdL die Arbeiten der Gruppen nach bestimmten Kategorien, wie beispielsweise deren Originalität, Komplexität und Umsetzbarkeit. Am Ende wurde dann die jeweils beste Gruppe einer Kategorie prämiert. „Der Workshop hat gezeigt, welch großes Interesse die Auszubildenden an den Entwicklungen in unserer Branche haben", erklärte Christoph Maier, im VdL für das Thema Aus- und Weiterbildung verantwortlich. „Bei einem derart engagierten Nachwuchs müssen wir uns um die Zukunft unserer Branche keine Sorgen machen."

„Industrie 4.0 geht uns alle an!"
Dass der VdL konzeptionell und inhaltlich den Nerv der Auszubildenden getroffen hatte, zeigte sich am äußerst positiven Fazit der Teilnehmer. „Das Thema war gut gewählt, denn Industrie 4.0 geht uns alle an", stellte Cindy Tatarczyk (23 Jahre) fest, Lacklaborantin bei Motip Dupli. „Es war eine tolle Möglichkeit, sich firmenübergreifend mit einem spannenden Thema zu beschäftigen und neue Leute aus anderen Unternehmen kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen."

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